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Markenkonzept

Ein grundlegendes Markenkonzept vereinigt die Ideen und Strategien, die eine Marke ausmachen und positioniert diese eindeutig auf dem Markt. Es umfasst die Vision, Mission und die Werte der Marke und bildet so eine klare Richtlinie. Die Führung einer Marke wird mit einem gut ausgearbeiteten Konzept erleichtert und gibt Orientierung an alle, die an der Verbreitung und Kommunikation des Unternehmens beteiligt sind. Ziel ist es, dass die Kundschaft Ihre Marke schneller und einfacher verstehen kann und sie in Erinnerung bleibt.

Spektrum
Vision, Mission, Werte, Positionierung und Zielgruppe, sowie Leitideen und Sprachrichtlinien.
Anwendung
In der Markenentwicklung und -führung bildet das Markenkonzept einen erweiternden Baustein, der oft im Zuge einer ganzen Markenidentität erstellt wird.
Details
Strategie, Konzeption und Analyse sind nur einige der Teilprozesse, die ein tragfähiges Markenkonzept bilden.

Was im Markenkonzept festgeschrieben wird

Ein Markenkonzept entsteht nicht am Schreibtisch der Agentur. Wir starten mit Gesprächen: Geschäftsführung, Vertrieb, Kundenservice und, wo möglich, Kundschaft selbst. Der Vertrieb weiß, welche Einwände immer wieder kommen. Der Service weiß, warum Leute wieder abspringen. Dazu kommt eine Sichtung des Wettbewerbs auf das, was dort tatsächlich versprochen wird, und nicht auf das, was die Wettbewerber über sich selbst behaupten.

Festgeschrieben wird danach die Positionierung in wenigen klaren Sätzen, der Markenkern, eine überschaubare Zahl an Werten mit konkreten Verhaltensbeispielen, die Beschreibung der Zielgruppen mit ihren Kaufanlässen und Entscheidungswegen, das Nutzenversprechen und die Leitideen, aus denen später Kommunikation entsteht.

Dazu gehören Sprachrichtlinien: Tonalität, Ansprache, Begriffe, die wir konsequent verwenden, und Begriffe, die wir vermeiden, jeweils mit Beispielsätzen für Website, Angebot und Serviceantwort.

Das Ergebnis ist ein Arbeitsdokument, kein Hochglanzheft. Es muss so geschrieben sein, dass eine neue Kollegin im Marketing damit einen Produkttext schreiben kann, ohne vorher nachzufragen. Formulierungen, die nur in der Runde verständlich sind, in der sie entstanden sind, gehören überarbeitet, bevor das Dokument abgegeben wird.

Anlässe für ein Markenkonzept

Der häufigste Anlass ist ein anstehender Relaunch. Wer eine Website oder einen Shop neu baut, muss vorher entschieden haben, was dort eigentlich gesagt wird. Sonst füllt die Gestaltung die Lücke mit Behauptungen, die niemand belegen kann, und die Texterstellung wird zur Endlosschleife aus Korrekturrunden.

Weitere typische Ausgangslagen:

  • Ein Unternehmen verschiebt sich vom Produktverkauf zur Dienstleistung.
  • Preise sollen steigen, ohne dass das Angebot beliebig wirkt.
  • Vertrieb und Marketing erzählen zwei verschiedene Geschichten.
  • Eine Nachfolge steht an und es ist zu klären, was vom Gründungsversprechen bleibt.
  • Eine Namensfindung steht bevor, für die ohne Positionierung der Maßstab fehlt.

Nicht der richtige Schritt ist ein Konzept, wenn die Positionierung im Haus unstrittig ist und nur das Erscheinungsbild veraltet wirkt. Dann geht es um Gestaltung, nicht um Strategie. Ebenso wenig ersetzt ein Markenkonzept die Klärung der Struktur: Wer mehrere Marken parallel führt, braucht zuerst eine Entscheidung darüber, wie diese Marken zueinander stehen.

Positionierung, die Entscheidungen ermöglicht

Eine Positionierung taugt nur etwas, wenn sie Verzicht enthält. Wer alle Zielgruppen, alle Preislagen und alle Anlässe bedienen will, hat keine Position, sondern eine Aufzählung. Der einfachste Test: Kann ein ernstzunehmender Wettbewerber glaubhaft das Gegenteil behaupten? Wenn nein, ist die Aussage keine Position. Werte wie Qualität, Zuverlässigkeit und Kundennähe fallen fast immer durch diesen Test.

Genauso wichtig ist Nachprüfbarkeit. Jede Aussage im Konzept sollte sich an etwas festmachen lassen, das im Unternehmen wirklich existiert: an einem Fertigungsschritt, an der Art, wie Reklamationen bearbeitet werden, an der Auswahl der Lieferanten.

Im letzten Schritt übersetzen wir das Konzept an die Stellen, an denen es sichtbar wird. Das sind Kategorietexte und Produktbeschreibungen im Shop, die Betreffzeile der Bestellbestätigung, Stellenanzeigen, Antwortvorlagen im Service und die Argumentationslinie im Verkaufsgespräch. Ein Konzept, das diese Übersetzung nicht mitliefert, bleibt eine Datei im Ordner.

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich das Markenkonzept von der Markenidentität?

Das Konzept klärt Inhalte, die Identität klärt Ausdruck. Im Konzept steht, für wen die Marke da ist, wofür sie steht, worauf sie verzichtet und in welchem Ton sie spricht. Die Identität übersetzt das in Logo, Farben, Typografie, Bildsprache und Gestaltungsregeln. Die Reihenfolge ist wichtig: Gestaltung ohne Konzept trifft Entscheidungen nach Geschmack, und Geschmack lässt sich in Abstimmungsrunden schlecht begründen.

Wer aus unserem Unternehmen sollte beteiligt sein?

Auf jeden Fall jemand mit Entscheidungsbefugnis, sonst wird das Ergebnis später wieder aufgemacht. Dazu Menschen mit Kundenkontakt: Vertrieb, Innendienst, Service. Sie liefern die Sprache, die Kundschaft tatsächlich benutzt, und die Einwände, die im Konzept beantwortet werden müssen. Bei Produktunternehmen ist zusätzlich jemand aus Entwicklung oder Fertigung hilfreich, weil dort die Belege für Qualitätsaussagen liegen.

Reicht ein Workshop für ein Markenkonzept?

Ein Workshop bringt Material zusammen, ersetzt aber nicht die Arbeit danach. Aus Zuruf entstehen Stichworte, kein Dokument, mit dem jemand arbeiten kann. Es folgen Auswertung, Wettbewerbssichtung, Zuspitzung und Formulierung, danach eine Abstimmungsrunde, in der Widersprüche auffallen. Erfahrungsgemäß fällt genau dort die eigentliche Entscheidung, weil man erst am ausformulierten Satz merkt, ob man ihn vertreten will.

Was passiert mit dem Konzept nach der Abgabe?

Es sollte in Arbeit übergehen, sonst verstaubt es. Sinnvoll ist eine Einführung für alle, die nach außen schreiben, dazu eine kurze Fassung für Externe wie Agenturen, Fotografen oder Messebauer. Danach hilft ein fester Anlass, es zu prüfen, etwa jede größere Produkteinführung. Ändert sich das Angebot deutlich, wird nicht das ganze Konzept neu gemacht, sondern der betroffene Teil überarbeitet.

Brauchen wir ein eigenes Konzept für Auslandsmärkte?

Der Kern bleibt gleich, die Argumentation nicht. Positionierung, Werte und Nutzenversprechen gelten in der Regel über Märkte hinweg. Unterschiedlich sind Wettbewerbsumfeld, Erwartungen an Ansprache und Formalität sowie Begriffe, die sich nicht sinnvoll übersetzen lassen. Praktisch heißt das: ein Konzept, ergänzt um marktspezifische Sprachrichtlinien und um eine Prüfung, ob die zentralen Aussagen im Zielmarkt überhaupt unterscheidend wirken.

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