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Namensfindung

Prägnante Namen wie Nike, Google oder Arc’teryx fallen nicht einfach vom Himmel. Der Name Ihrer Marke ist meist der erste Kontaktpunkt mit Ihrer Kundschaft, also muss dieser direkt einen Bezug zu Ihnen aufbauen. Kulturelle Aspekte, Werte, Leistungen und mehr können mit einem passenden Namen einfach kommuniziert werden und bilden so den Grundbaustein Ihrer Marke. Ein passender Name kommt nicht von ungefähr und wird in mehreren Prozessschritten erarbeitet.
Spektrum
Vom Namen selbst bis zur passenden Domain: Naming umfasst viele Touchpoints.
Anwendung
Eine Marke ohne Namen ist nur ein Projekt.
Details
Auch die Prüfung eines Vorschlags auf mögliche Fauxpas in anderen Sprachen gehört dazu!

Vom Briefing zur geprüften Auswahl

Am Anfang steht ein Briefing, das den Rahmen festlegt. In welchen Sprachräumen muss der Name funktionieren? Wird er am Telefon buchstabiert? Steht er allein oder neben einem Dachmarkennamen? Soll er das Angebot beschreiben oder es bewusst offenlassen, damit spätere Erweiterungen noch passen?

Danach arbeiten wir in Kategorien: beschreibende Namen, assoziative Namen, Kunstworte, Kurzformen und Namen aus Herkunft oder Gründungsgeschichte. Jede Kategorie hat andere Folgen für Schutzfähigkeit und für den Aufwand in der Kommunikation.

Aus einer großen Menge an Vorschlägen filtern wir über harte Kriterien: Aussprache in den Zielsprachen, Fehleranfälligkeit beim Diktieren, ungewollte Bedeutungen und Konnotationen, Länge in der Anwendung.

Parallel läuft die Verfügbarkeit. Geprüft werden Domains in den relevanten Endungen, Handelsregister und Unternehmensverzeichnisse, Profile in sozialen Netzwerken und App-Stores sowie die Register von DPMA und EUIPO in den Nizza-Klassen, die zu Ihrem Angebot gehören. Am Ende steht eine kleine Auswahl mit Begründung, dokumentiertem Rechercheergebnis und einer Empfehlung.

Wann Naming ansteht und wann nicht

Der offensichtliche Anlass ist eine Neugründung. Ebenso häufig sind neue Produktlinien, die einen eigenen Absender bekommen sollen, sowie Ausgründungen, bei denen ein Geschäftsbereich den bisherigen Konzernnamen nicht weiterführen darf.

Ein zweiter Anlass ist erzwungen: eine Umbenennung nach einem markenrechtlichen Konflikt, nach einer Fusion oder weil der bisherige Name im Zielmarkt bereits geschützt ist. Auch Internationalisierung führt dorthin, wenn ein Name in der Zielsprache unaussprechlich ist oder eine unpassende Bedeutung trägt.

Voraussetzung ist in allen Fällen eine geklärte Positionierung. Ohne sie fehlt der Maßstab, und die Auswahl entscheidet sich nach dem Geschmack der Anwesenden. Wer mehrere Marken führt, sollte zusätzlich vorher wissen, ob der neue Name eigenständig auftritt oder erkennbar zur Dachmarke gehört, denn davon hängt ab, wie eigenständig er überhaupt sein darf.

Kein Anlass ist ein Name, der eingeführt ist und funktioniert, aber altmodisch gesetzt wirkt. Das ist eine Gestaltungsaufgabe, keine Namensfrage.

Verfügbarkeit entscheidet, nicht die Idee

Die meisten guten Namensideen scheitern nicht an der Kreativität, sondern an der Recherche. Kurze, aussprechbare Wörter sind in den gängigen Endungen fast durchgehend belegt, oft von Domainhändlern ohne aktive Nutzung. Im Markenregister genügt es außerdem nicht, dass niemand denselben Namen hat: Rechtlich zählt Verwechslungsgefahr, und die entsteht auch über ähnlichen Klang, ähnliches Schriftbild oder gleichen Sinngehalt innerhalb derselben Klasse.

Deshalb prüfen wir früh und parallel zur Ideenfindung, nicht erst am Ende. Alles andere führt zu dem Verlauf, den viele kennen: Der Name ist intern beschlossen, das Logo gezeichnet, die Verpackung in Arbeit, dann kommt der Widerspruch.

Die identische Domain ist kein Muss. Ein Zusatzwort, eine andere Endung oder eine bewusst gewählte Kurzform sind vertretbar, solange die Schreibweise über Website, E-Mail-Adressen und Profile hinweg gleich bleibt. Die formale Markenanmeldung selbst gehört in anwaltliche Hände. Wir liefern die Vorarbeit, sichern Domains und Profile und sorgen dafür, dass die Reihenfolge stimmt.

Häufige Fragen

Prüfen Sie auch, ob ein Name als Marke frei ist?

Wir recherchieren in den Registern von DPMA und EUIPO in den Klassen, die zu Ihrem Angebot passen, und schauen dabei auf ähnliche Zeichen, nicht nur auf identische. Das Ergebnis ist eine belastbare Vorauswahl samt Einschätzung des Risikos. Die rechtsverbindliche Bewertung und die Anmeldung übernimmt eine Kanzlei für gewerblichen Rechtsschutz. Diese Trennung ist üblich und schützt Sie vor Fehleinschätzungen.

Was tun, wenn die Wunschdomain vergeben ist?

Zuerst prüfen, ob die Adresse benutzt wird oder nur gehalten. Bei aktiver Nutzung durch ein ähnliches Angebot scheidet der Name meist ohnehin aus. Bei reinem Halten ist ein Ankauf möglich, aber unkalkulierbar. Praktikabler ist eine Variante: ein Zusatzwort, das zur Marke passt, eine andere Endung oder eine Kurzform. Wichtig ist nur, dass Sie diese Schreibweise danach überall gleich verwenden.

Beschreibender Name oder Kunstwort?

Beschreibende Namen erklären sich sofort, lassen sich aber schwer schützen und werden eng, sobald das Angebot wächst. Kunstworte sind schutzfähig und frei belegbar, brauchen dafür aber Kommunikation, bis jemand sie mit etwas verbindet. Für regionale Anbieter mit klarem Leistungsbild funktionieren beschreibende Anteile gut. Für Unternehmen mit Wachstums- oder Exportabsicht ist ein eigenständiges Wort meist die tragfähigere Wahl.

Wie viele Vorschläge bekommen wir zu sehen?

Das legen wir im Briefing fest. Sinnvoll ist eine überschaubare Auswahl, die die Prüfung bereits bestanden hat, statt einer langen Liste, die überwiegend aus rechtlich oder technisch unmöglichen Kandidaten besteht. Die verworfenen Vorschläge dokumentieren wir mit dem jeweiligen Grund, damit dieselbe Idee in der nächsten Runde nicht erneut aufkommt und Sie den Weg zur Entscheidung nachvollziehen können.

Wann sollten wir mit der Namensfindung beginnen?

Nach der Positionierung und vor der Gestaltung. Ohne Positionierung fehlt der Maßstab für die Bewertung. Nach der Gestaltung wird jede Korrektur teuer, weil Logo, Verpackung und Website bereits auf dem Namen aufbauen. Ebenfalls vorher zu klären ist, ob der Name allein steht oder unter einer Dachmarke, und in welchen Märkten er ab wann benutzt werden soll.

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