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Integrationen & Anbindungen

Schnittstellen oder APIs (Application Programming Interfaces) bieten im Internet und in digitalen Anwendungen die Möglichkeit, verschiedene Dienste und Services miteinander zu verbinden. So können beispielsweise externe Wetterdaten in ein System eingespeist oder Buchungen in ein ERP System übertragen werden. Anbindungen bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, die die Funktionalität Ihrer Anwendungen deutlich erweitern können. Hier können wir einerseits auf bestehende Services zurückgreifen oder eigens entwickelte Schnittstellen konzipieren.
Spektrum
Anbindungen an verschiedene Systeme bis hin zu eigens entwickelten Schnittstellen mit verschiedenen Dateiformaten.
Anwendung
Bei Bedarf nach Verbindungen und mehr Funktionalitäten schaffen APIs den Brückenschlag zum Mehrwert.
Details
Auf die Handhabung und gegebenenfalls Übersetzung der übermittelten Daten ist besonders zu achten, damit Systeme miteinander kommunizieren können.

Feldliste, Mapping, Testlauf

Eine Anbindung beginnt mit einer nüchternen Bestandsaufnahme. Welches System führt welche Daten, in welche Richtung fließen sie, was passiert bei Konflikten. Wir erstellen eine Feldliste mit Quelle, Ziel, Datentyp und Umrechnungsregel. Genau dort kommen die unangenehmen Fragen auf den Tisch: unterschiedliche Steuersätze, Einheiten, Datumsformate, Länderkürzel und Artikelnummern, die in zwei Systemen nicht gleich aussehen.

Technisch arbeiten wir mit dem, was das Zielsystem anbietet. Das ist meist eine REST-API mit JSON, manchmal GraphQL, bei älteren Warenwirtschaften auch SOAP, CSV oder ein XML-Export auf einem SFTP-Verzeichnis. Webhooks nutzen wir dort, wo ein System Ereignisse von sich aus meldet, etwa eine bezahlte Bestellung.

Vor dem Produktivstart läuft die Strecke gegen eine Testinstanz. Wir spielen echte Datensätze durch, auch die unschönen: Storno, Teillieferung, Kunde ohne Umsatzsteuer-ID, Artikel ohne Gewicht. Erst wenn diese Fälle sauber durchlaufen, schalten wir die Anbindung produktiv.

Typische Anlässe für eine Anbindung

Der häufigste Anlass ist doppelte Erfassung. Bestellungen werden im Shop ausgelöst und danach von Hand in die Warenwirtschaft getippt, Bestände werden wöchentlich per Liste gepflegt, Rechnungen entstehen ein zweites Mal in der Buchhaltung. Jede dieser Stellen kostet Zeit und erzeugt Abweichungen, die später jemand suchen muss.

Der zweite Anlass ist Wachstum. Solange wenige Bestellungen am Tag anfallen, fällt manuelle Arbeit nicht auf. Steigt das Volumen oder kommen Marktplätze und ein zweiter Shop dazu, wird die Übertragung zum Engpass. Auch neue Anforderungen lösen Projekte aus, etwa wenn Preise pro Kundengruppe aus dem ERP kommen sollen statt aus dem Shop.

Weniger sinnvoll ist eine automatische Strecke bei sehr kleinen Mengen, bei Prozessen, die sich noch jeden Monat ändern, oder wenn die Datenqualität im Quellsystem nicht stimmt. Eine Schnittstelle beschleunigt auch Fehler. Vor der Automatisierung steht deshalb das Aufräumen der Stammdaten.

Was eine Schnittstelle im Betrieb zuverlässig macht

Der Normalfall ist schnell gebaut. Der Aufwand steckt in den Ausnahmen. Wir arbeiten mit einer Warteschlange statt mit direkten Aufrufen, damit ein nicht erreichbares Zielsystem keine Bestellung verschluckt. Fehlgeschlagene Übertragungen werden mit wachsendem Abstand wiederholt und landen nach mehreren Versuchen in einer Liste, die jemand prüfen kann.

Wichtig ist Idempotenz: Ein zweimal gesendeter Auftrag darf nicht zu zwei Aufträgen führen. Dafür braucht jeder Vorgang einen eindeutigen Schlüssel, den beide Seiten kennen. Genauso wichtig sind die Aufruflimits der Anbieter. Viele Systeme begrenzen Anfragen pro Minute, was bei einem Erstimport mit mehreren tausend Artikeln sofort spürbar wird.

Dazu kommt Sichtbarkeit. Wir protokollieren jede Übertragung mit Zeitstempel, Nutzlast und Antwort und richten eine Benachrichtigung ein, wenn eine Strecke ungewöhnlich lange stillsteht. Zugangsdaten liegen in Umgebungsvariablen, nicht im Code. Außerdem halten wir fest, welches System bei Widerspruch gewinnt, damit niemand im Zweifelsfall raten muss.

Häufige Fragen

REST, GraphQL oder Dateiexport: was passt wann?

REST mit JSON ist der Normalfall und wird von fast jedem modernen System angeboten. GraphQL lohnt sich, wenn Sie sehr unterschiedliche Datenausschnitte brauchen und überflüssige Felder vermeiden wollen, etwa bei Shopify. Dateiexporte per CSV oder XML sind kein Rückschritt, sondern bei älteren Warenwirtschaften oft die einzige Option. Entscheidend ist nicht das Protokoll, sondern ob das Zielsystem alle nötigen Felder überhaupt bereitstellt.

Können Sie auch ältere ERP-Systeme ohne moderne API anbinden?

Meistens ja. Wenn keine API existiert, arbeiten wir mit dem, was das System kann: geplante Exporte auf ein SFTP-Verzeichnis, überwachte Importordner, Datenbank-Views oder Zusatzmodule des Herstellers. Solche Strecken laufen dann nicht in Echtzeit, sondern in festen Intervallen. Vor der Umsetzung klären wir mit Ihrem ERP-Betreuer, was der Wartungsvertrag zulässt, damit die Anbindung ein Update des Systems übersteht.

Wie oft werden Daten zwischen den Systemen abgeglichen?

Das richtet sich nach dem Anwendungsfall. Bestellungen übertragen wir in der Regel sofort per Webhook, weil Verzögerung dort direkt spürbar ist. Bestände und Preise laufen häufig in kurzen Intervallen, Stammdaten und Kataloge nächtlich. Für jede Richtung legen wir getrennt fest, wie aktuell die Daten sein müssen. Seltenere Läufe schonen die Aufruflimits und reduzieren die Last auf dem Quellsystem.

Was passiert, wenn ein System nicht erreichbar ist?

Nichts geht verloren. Die Übertragung liegt in einer Warteschlange und wird mit wachsendem Abstand wiederholt, bis das Zielsystem wieder antwortet. Scheitert sie dauerhaft, landet der Vorgang in einer Fehlerliste und es geht eine Benachrichtigung raus. Weil jeder Vorgang einen eindeutigen Schlüssel trägt, entstehen beim Nachlauf keine Doppelbuchungen. Wartungsfenster des ERP lassen sich damit ohne Handarbeit überbrücken.

Wer betreut die Schnittstelle nach dem Go-live?

Schnittstellen sind kein einmaliges Projekt. Hersteller ändern Feldnamen, schalten API-Versionen ab oder verschärfen Limits. Wir übernehmen die laufende Betreuung mit Monitoring und Anpassungen, wenn Sie das möchten. Alternativ übergeben wir Dokumentation, Zugänge und Protokolle an Ihre IT. In beiden Fällen empfehlen wir, die Ankündigungen der beteiligten Anbieter zu abonnieren, weil abgekündigte API-Versionen der häufigste Grund für Ausfälle sind.

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