




ARAT bietet mit BIGmount ein modulares Halterungssystem an, dessen Varianten sich aus vielen Einzelteilen kombinieren lassen. Für den Online-Shop haben wir ein Blender-Werkzeug entwickelt, das die Produktbilder automatisch erzeugt: Es setzt Konfigurationen aus CSV-Stücklisten zusammen, richtet die Kamera automatisch aus und rendert alle Varianten in einheitlicher Perspektive.
Ein Blender-Plugin in Python liest die Konfektionierlisten als CSV ein, setzt daraus die 3D-Konfigurationen zusammen und rendert sie im Batch. Kameraposition und Bildausschnitt werden automatisch aus der Größe der jeweiligen Konfiguration berechnet. Dazu kommt ein WooCommerce-Plugin für die Preispflege im Shop.
Einheitliche Produktbilder ohne Fotostudio: jede Variante in derselben Perspektive, jederzeit reproduzierbar, wenn sich das Sortiment ändert.
Rendering-Automatisierung für den Produktkatalog: Die Bilder im Shop stammen direkt aus dem Werkzeug.



Ein modulares Halterungssystem hat kein Sortiment im üblichen Sinn. Es hat Einzelteile und Regeln, nach denen sie sich kombinieren lassen. Die Zahl der möglichen Varianten wächst dabei nicht mit der Zahl der Teile, sondern mit deren Kombinationen. Für einen Online-Shop beginnt genau dort die Schwierigkeit, denn jede angebotene Variante braucht eine Abbildung.
Fotografie stößt hier an eine praktische Grenze. Nicht, weil sie technisch unmöglich wäre, sondern weil sie nicht mitwächst. Jede neue Kombination bedeutet einen weiteren Aufbau, und jede Änderung an einem Bauteil zieht Wiederholungen nach sich. Dazu kommt die Einheitlichkeit: Perspektive, Ausleuchtung und Bildausschnitt müssen über alle Varianten hinweg gleich bleiben, sonst wirkt eine Übersichtsseite unruhig und der Unterschied zwischen zwei Varianten wird schwerer erkennbar.
Bei einer Aufgabe dieser Art stellt sich deshalb früh die Frage, ob Bilder überhaupt Einzelstücke sein sollten. Wenn ein Produkt aus Daten beschrieben wird, kann auch seine Abbildung aus denselben Daten entstehen. Die Arbeit verschiebt sich damit von der Aufnahme zur Pflege der Datenbasis.
Für BIGmount haben wir ein Blender-Werkzeug entwickelt, das die Produktbilder erzeugt. Ein Plugin in Python liest die Konfektionierlisten als CSV ein, setzt daraus die 3D-Konfigurationen zusammen und rendert sie im Batch. Kameraposition und Bildausschnitt werden automatisch aus der Größe der jeweiligen Konfiguration berechnet.
Der letzte Punkt ist der entscheidende. Eine feste Kamera funktioniert nur, solange alle Varianten ähnlich groß sind. Sobald eine Konfiguration deutlich länger oder höher ausfällt, sitzt das Motiv entweder angeschnitten im Bild oder verliert sich darin. Wird der Ausschnitt dagegen aus den tatsächlichen Abmessungen abgeleitet, füllt jede Variante das Bild in vergleichbarer Weise, ohne dass jemand einzelne Aufnahmen nachjustiert.
Die CSV-Liste als Ausgangspunkt hat einen zweiten Effekt. Sie ist dieselbe Grundlage, auf der auch die Konfektionierung beschrieben wird. Bild und Stückliste können deshalb nicht auseinanderlaufen, weil sie nicht getrennt gepflegt werden. Ergänzt wird das durch ein WooCommerce-Plugin für die Preispflege im Shop, also für den zweiten Datenstrom, der bei kombinierbaren Produkten schnell unübersichtlich wird.
Sobald Bilder aus Daten entstehen, wird die Datenqualität zum bestimmenden Faktor. Ein Tippfehler in einer Stückliste erzeugt kein fehlendes Bild, sondern ein falsches, und ein falsches Bild fällt seltener auf. Es lohnt sich deshalb, Prüfungen vorzusehen, die eine Konfiguration ablehnen, bevor sie gerendert wird, statt sie später im fertigen Katalog zu suchen.
Der zweite Punkt ist Reproduzierbarkeit. Ein Werkzeug, das einmal einen Katalog erzeugt hat, ist wenig wert, wenn niemand den Lauf später wiederholen kann. Dazu gehören eine feste Ablage der Bauteile, nachvollziehbare Benennungen für die Ausgabedateien und die Möglichkeit, gezielt einzelne Varianten neu zu rendern statt jedes Mal den gesamten Bestand.
Und schließlich lohnt es sich, den Umfang bewusst zu begrenzen. Nicht jede rechnerisch mögliche Kombination gehört in einen Shop. Welche Varianten tatsächlich angeboten werden, ist eine Entscheidung über das Sortiment und nicht über die Technik. Eine Automatisierung sollte diese Entscheidung abbilden können, ohne sie vorwegzunehmen. Sonst wächst der Katalog schneller, als ihn jemand überblicken kann.
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