




Wir wurden beauftragt, eine neue Webpräsenz für den deutschen Fahrradhersteller PATRIA zu erstellen. Mit Sitz in Ostwestfalen ist PATRIA stolz auf seine lange Geschichte der Herstellung maßgefertigter Fahrräder in begrenzten Stückzahlen.
Die neue Website stellt die Fähigkeiten und das Angebot von PATRIA in den Vordergrund. Potenzielle Kunden finden Details zu ihrem Wunschfahrrad; auch die Geschichte und die Handwerkskunst der Spezialisten bei PATRIA haben ihren Platz im Webauftritt.
Die verschiedenen Details der Anwendungsgebiete sowie der einzelnen Modelle übersichtlich und ansprechend darzustellen, war ein Hauptaugenmerk.
Die neue Website bildet das gesamte Sortiment der Marke PATRIA und mehr als 100 Jahre Erfahrung ab.



Ein Fahrradhersteller, der maßgefertigte Räder in begrenzten Stückzahlen baut, stellt eine Website vor eine andere Aufgabe als ein Katalogversender. Die Unterschiede zwischen den Modellen liegen selten in einer einzigen Eigenschaft. Sie verteilen sich über Rahmengeometrie, Ausstattungsvarianten und den Zweck, für den ein Rad gedacht ist. Wer ein Reiserad sucht, bewertet andere Merkmale als jemand, der ein Rad für kurze Alltagswege braucht.
Daraus ergibt sich eine doppelte Anforderung. Das Sortiment muss vollständig sichtbar sein, ohne dass Besucher den Faden verlieren, und gleichzeitig muss jedes einzelne Modell so weit erklärt werden, dass eine Vorauswahl möglich wird. Beides gegeneinander abzuwägen war bei PATRIA ein Hauptaugenmerk: Anwendungsgebiete und Modelldetails sollten übersichtlich und ansprechend nebeneinander bestehen.
Hinzu kommt, dass die Fertigung in kleinen Stückzahlen und eine lange Herstellungsgeschichte selbst zum Angebot gehören. Eine Website, die nur Produktdaten auflistet, lässt genau den Teil weg, der die Kaufentscheidung in diesem Segment trägt.
Die Website öffnet das Angebot über zwei Zugänge: über die Anwendungsgebiete, also die Frage, wofür ein Rad gebraucht wird, und über die einzelnen Modelle mit ihren Details. Bei erklärungsbedürftigen Sortimenten ist diese Trennung belastbar, weil sie zwei verschiedene Suchhaltungen bedient. Wer sein Ziel kennt, geht direkt zum Modell. Wer noch offen ist, beginnt beim Einsatzzweck und wird von dort weitergeführt.
Für die Darstellung der Modelle heißt das, dass Detailtiefe nicht am Anfang stehen darf. Eine Modellseite trägt, wenn sie zuerst Charakter und Einsatz vermittelt und die technischen Merkmale danach in vergleichbarer Form nachreicht. Vergleichbar meint: gleiche Reihenfolge, gleiche Benennung, gleicher Detailgrad über alle Modelle hinweg. Sobald diese Ordnung uneinheitlich wird, entsteht der Eindruck, die Modelle ließen sich gar nicht gegeneinander abwägen.
Neben dem Sortiment haben die Geschichte und die Handwerkskunst der Spezialisten einen eigenen Platz im Webauftritt. Sie stehen nicht als Beiwerk daneben, sondern erklären, warum ein Rad so gebaut ist, wie es gebaut ist.
Die Entscheidungen, die bei solchen Projekten früh fallen, betreffen fast immer die Datenstruktur. Welche Eigenschaft gehört zum Modell, welche zur Ausstattung, welche zum Anwendungsgebiet? Ohne saubere Trennung verdoppeln sich Inhalte, sobald ein Modell in mehreren Zusammenhängen auftaucht, und jede spätere Änderung muss an mehreren Stellen nachgezogen werden.
Ebenso früh zu klären ist, wie weit die Website den Auswahlprozess führen soll. Eine geführte Übersicht, die auf Einsatzzweck und Charakter setzt, passt zu Sortimenten, in denen Beratung Teil des Kaufs bleibt. Je feiner die Auswahl im Voraus konfigurierbar wird, desto mehr Pflegeaufwand entsteht, und desto eher verlagert sich das Gespräch weg vom Hersteller.
Nach dem Launch trägt vor allem, wie leicht sich Modelle ergänzen, ersetzen oder auslaufen lassen. Ein Sortiment dieser Art verändert sich in Schritten. Die Struktur muss diese Bewegung aufnehmen, ohne dass jedes Mal neu über Aufbau und Bildsprache entschieden wird.
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